Rehkitzrettung vor der Mahd: Ablauf und Checkliste für Landwirte

Rehkitz versteckt im hohen Gras, während im Hintergrund ein Mähdrescher über das Feld fährt

Wissen & Hilfe / Rehkitzrettung & Mahd

Eine Rehkitzsuche beginnt nicht mit dem Start der Drohne, sondern mit einer rechtzeitigen Absprache. Landwirtschaftlicher Betrieb, Jagdausübungsberechtigte und Rettungsteam müssen wissen, welche Fläche wann gemäht wird und wer vor Ort erreichbar ist.

Warum junge Wildtiere nicht einfach weglaufen

Junge Rehkitze verbringen einen Teil ihrer ersten Lebenszeit verborgen in der Vegetation. Bei Gefahr kann ihr Schutzverhalten darin bestehen, regungslos liegen zu bleiben. Was gegenüber natürlichen Feinden helfen kann, schützt nicht vor einem Mähwerk. Betroffen sind außerdem Junghasen und am Boden brütende Vögel. Die Deutsche Wildtier Stiftung beschreibt deshalb nicht nur Rehkitzrettung, sondern den Schutz von Wildtieren bei der Grünlandmahd insgesamt. [1]

Eine bestimmte Kalenderwoche macht eine Fläche nicht automatisch sicher. Alter und Verhalten der Tiere, Bewuchs und lokale Bedingungen unterscheiden sich. Das Ziel ist ein zur Fläche passendes Vorgehen, nicht ein pauschales Versprechen: „Einmal überflogen, für den ganzen Tag freigegeben“.

Diese Angaben gehören in eine Flächenmeldung

Die folgende Checkliste ist unsere redaktionelle Vorbereitungshilfe. Sie ersetzt die konkrete Einsatzabsprache nicht.

  • Ansprechpartner: Name, Funktion und eine Telefonnummer, unter der am Einsatztag tatsächlich jemand erreichbar ist.
  • Fläche: Ort, eindeutige Lage, ungefähre Größe und möglichst ein Kartenpunkt oder eine Flächenzeichnung.
  • Zufahrt: Treffpunkt, zugänglicher Weg, verschlossene Tore und geeigneter Abstellbereich.
  • Mahd: geplanter Tag, ungefährer Beginn, Reihenfolge mehrerer Flächen und ausführender Betrieb.
  • Abstimmung: zuständiger Bewirtschafter und Jagdausübungsberechtigter, bereits getroffene Vereinbarungen.
  • Besonderheiten: bekannte Wildbeobachtungen, Leitungen, Straßen, Tiere auf Nachbarflächen oder andere Hindernisse.
  • Helfer: mögliche Unterstützung am Boden und verlässliche Kontaktperson zur Maschine.

Gib sensible Flächen- und Kontaktdaten direkt an das zuständige Team weiter, nicht in öffentliche Kommentarspalten. Bei mehreren Flächen hilft eine eindeutige Benennung wie „Wiese am Wirtschaftsweg, Fläche A“, die alle Beteiligten gleichermaßen verwenden.

Wie Suche, Kontrolle und Mahd zusammengehören

Wärmebilddrohnen können unter geeigneten Bedingungen auffällige Wärmequellen zeigen. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beschreibt das Zusammenspiel mit Helfern, die vom Piloten zu möglichen Fundstellen geleitet werden. Besonders wichtig ist, dass gesicherte Tiere nicht vorzeitig wieder in die noch zu mähende Fläche gelangen. Über die konkrete Sicherung und Freigabe entscheiden eingewiesene Verantwortliche vor Ort. [2]

Als Organisationshilfe empfehlen wir sechs klar verteilte Schritte: Fläche zuordnen, Einsatzbedingungen prüfen, Suche durchführen, Auffälligkeiten kontrollieren, Schutzmaßnahmen abstimmen und die Mahd zeitlich koordinieren. Halte auch fest, wer nach Abschluss kontrolliert, dass alle vorübergehend gesicherten Tiere wieder freigegeben wurden. Der Beitrag ist ausdrücklich keine Fang- oder Aufzuchtanleitung.

Was tun, wenn der Mahdtermin verschoben wird?

Informiere das Team sofort. Eine frühere Suche ist keine dauerhafte Aussage über den späteren Tierbesatz. Auch Vergrämungsmaßnahmen müssen zeitlich passen: Die Landwirtschaftskammer weist darauf hin, dass Gewöhnung ihre Wirkung verringern kann, wenn nach dem Aufstellen nicht wie geplant gemäht wird. [2]

Unser Vorschlag für die Rückmeldung: „Fläche A wird heute nicht gemäht. Neuer Plan ist morgen ab 8 Uhr. Bitte bestätigt, welche erneute Abstimmung nötig ist.“ Ohne neue Rücksprache sollte niemand aus einer alten Nachricht eine aktuelle Zusage ableiten.

Warum keine vollständige Fundgarantie möglich ist

Dichtes Gras kann Tiere verdecken; die Wärmebilddarstellung hängt von den Bedingungen ab. Die Drohne ist eine Suchhilfe, keine Durchleuchtung der Wiese. Mehr dazu im Ratgeber Wärmebild und hohes Gras. Ein Suchergebnis muss deshalb zusammen mit Beobachtungen am Boden und dem weiteren Arbeitsablauf betrachtet werden.

Rehkitzsuche im Raum Salzatal anfragen

WMM sitzt in Salzatal im Saalekreis. Ob eine angefragte Suche möglich ist, wird nach Fläche, Wetter, Team und verfügbarer Zeit abgestimmt. Eine Nachricht ist noch keine Einsatzzusage. Für einen bereits gefundenen verletzten Wildtierfindling lies zunächst Rehkitz gefunden: Was tun?

Fläche und Mahdtermin melden

Quellen und Einordnung

[1] Deutsche Wildtier Stiftung: Gemeinsam gegen den Mähtod.

[2] Landwirtschaftskammer NRW: Wildtierverluste bei der Grasernte vermeiden.

Quellenstand: 16.10.2026. Redaktionelle Zusammenstellung für WMM mit KI-Unterstützung. Die Checkliste ist eine Vorbereitungshilfe, kein Nachweis einer tatsächlich durchgeführten Suche. Einzelfallentscheidungen treffen die zuständigen Personen vor Ort.